Personalisierte Therapie

Flächendeckende Implementierung der molekularen Diagnostik

Übergeordnetes Ziel des nationalen Netzwerks Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs ist die Verbesserung der Prognose (besseres Überleben mit besserer Lebensqualität) von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs in Deutschland. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, insbesondere Frankreich, ist in Deutschland die Rate der breiten molekularen Testungen auf therapeutisch relevante Mutationen unterdurchschnittlich, was für einen substantiellen Anteil der Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs zu einer nicht akzeptablen Verschlechterung ihrer Prognose führt. Deshalb haben sich aktuell 15 universitäre Zentren im nNGM-Verbund zusammengeschlossen, um in allen nNGM-Zentren eine umfassende, harmonisierte molekulare Testung möglichst aller Patienten mit nicht kurativ behandelbarem Lungenkrebs in Deutschland anzubieten. Diese Next Generation Sequencing (NGS)-basierte Multiplex-Diagnostik testet alle bekannten genomischen Veränderungen mit bereits gesicherter oder klinisch in Evaluation befindlicher therapeutischer Relevanz (Treibermutationen), sowie die präzise Identifizierung von Patienten mit voraussichtlich gutem Ansprechen auf Therapien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (Charakterisierung Immuntherapie-relevanter molekularer Marker).

Durch Bildung von bundesweiten Netzwerken soll die molekulare Diagnostik für Lungenkrebspatienten zukünftig flächendeckend in Deutschland verfügbar sein und damit eine patientengerechte Optimierung der Therapie ermöglichen. Im nNGM-Verbund haben sich sechs Task Forces (Arbeitsgruppen) auf verschiedene Teilprojekte spezialisiert (Molekulare Diagnostik, Qualitätssicherung, Dokumentation und Evaluation, Beratung, Klinische Studien und Translationale Forschung). In diesen Task Forces sind je ein Vertreter der nNGM-Zentren vertreten, sodass eine harmonisierte Umsetzung an allen 15 nNGM- Zentren gewährleistet ist. Die im nNGM-Verbund anfallenden Daten sollen weiterhin gezielt für die Krebsforschung zur Verfügung gestellt werden. Denn nur durch die Forschung anhand standortübergreifender, großer Fallzahlen können seltenere Krebserkrankungen als Folge individueller genetischer Mutationen und immer kleiner werdenden molekularen Subgruppen ausreichend erforscht und deren Therapieoptionen folglich verbessert werden.  

Ansprechpartner

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Uniklinik Köln
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Stand: 10. April 2019